Montag, 14. Dezember 2009

Aller guten Dinge sind drei

Es hat tatsächlich drei Anläufe gebraucht bis wir es endlich geschafft haben aus einem Flugzeug aus 14,000 Fuß Höhe zu springen. Den erste Versuch hatten am 05.12. Nachdem wir morgens früh aufgestanden sind und um 7:15h abgeholt wurden um nach Byron Bay gebracht zu werden und wir eine Stunde auf unsere Instruktionen warten mussten, kam dann doch das viel gefürchtete Announcement: der Sprung wird abgesagt wegen zu viel Wind. Die Enttäuschung stand uns ins Gesicht geschrieben. 5 Stunden umsonst geopfert. Wir haben natürlich gleich einen neuen Versuch gestartet an dem Montag darauf. Der Unterschied: dieses Mal sind wir gar nicht bis nach Byron gekommen, da unser Fahrer schon während der Fahrt angerufen wurde, mit der frohen Nachricht: der Sprung wird abgesagt wegen zu viel Wind. Wenigstens haben wir dieses mal Robina nicht verlassen und nur eine Stunde verschwendet.
Nach Absprache mit der Dame bei Skydive Byron Bay, haben wir uns entschlossen es Sonntag nochmal zu versuchen, da die Wetteraussichten ziemlich gut waren. Stephen (hä hä) haben allerdings schon Pläne geschmiedet was wir machen wenn es wieder nicht klappt, wovon wir eigentlich schon fast ausgegangen sind, nämlich shopping :) Eigentlich hatten wir fast schon gehofft das es nicht klappt, da es uns fast EUR350 gespart hätte, die in Kleidung und Accessoires hätten investiert werden können, ganz nach dem Motto: gebundenes Kapital mag ich nur in meinem Kleiderschrank (Banker ... ich ... nee). Als uns die Dame dann am Sonntag aber versicherte das wir dieses mal springen würden, war shoppen gestrichen.


Es ging alles ganz schnell: Anmeldung, 10 Minuten auf der Couch gammeln, aufgerufen werden zum fertig machen, in den Gurt schlüpfen, Theorie Stunde (die maximal 5 Minuten ging), kurze Vorstellung mit den netten Herren, die für die nächsten 30 Minuten auf unseren Rücken gebunden sein sollten, warten bis das Flugzeug landet um uns abzuholen. Da ich immernoch nicht erwartet hatte, das alles glatt läuft und wir springen, war ich nicht aufgeregt ... bis die Tür in 14,000 Fuß aufging und die ersten einfach aus dem Flugzeug fielen. Der Rest ging unglaublich schnell. Der Herr auf meinem Rücken (hab den Namen vergessen weil ich keinen Argentinian Stud auf dem Rücken hatte wie Steffi) drückte mich Richtung "Ausgang" und sagte mir ich solle die Füße unter das Flugzeug klemmen. Ich hatte eigentlich noch mit einer kurzen Vorwarnung gerechnet, vielleicht ein kleiner Countdown aber bevor ich mich versehen habe, flog ich auch schon aus dem Flugzeug. Meine letzte Erinnerung vor dem Sprung war: Oh mein Gott, das ist doch ein bisschen zu hoch für mich, ich will doch nicht mehr, ich mach solange Terror bis das Flugzeug mich wieder mit runter nimmt, ich spring nicht. Man hat mich wohl auch ordentlich schreien hören als ich aus dem Flugzeug gesprungen wurde :) Das nächste an das ich mich erinnere kann war: Oh mein Gott, ist das geil! Wir sind mit 200km/h Richtung Erde gefallen, der Druck war im ganzen Körper zu spüren aber das war total egal, weil das Gefühl zu fallen und die Aussicht einfach Atemberaubend waren. Nach 70 Sekunden freiem Fall wurde dann der Fallschirm geöffnet (Gott sei dank ging er auf, obwohl ich während des Sprunges kein einziges mal Angst hatte das ich gleich ungebremst auf den Boden fallen könnte), was etwas schmerzhaft war. Auch die netten Korkenzieher die mein Partner auf dem Weg nach unten gedreht hat waren nicht sehr angenehm, vorallem für meinem Magen. Der Ausblick war wieder der Hammer. Unten angelangt hab ich das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen, eigentlich schon während des Sprunges nicht, wie die Fotos zeigen. Im nachhinein kommt es mir gar nicht so vor als hätte ich das wirklich gemacht, sondern als hätte ich das ganze im Fernsehen gesehen, da der Sprung und der Ausblick so extrem surreal waren. Aber trotzdem bin ich immernoch begeistert und würde es am liebsten sofort wieder machen. War nicht das letzte mal das ich Fallschirmspringen war (sorry Mama :). Diese Erfahrung und das Adrenalin helfen mir jetzt hoffentlich noch die letzte Woche hier zu überstehen. Die Hitze ist doch recht unangenehm und auch Strand und Pool sind nicht mehr so reizvoll wie am Anfang. Außerdem kommt hier kein bisschen Weihnachtstimmung auf, was auch auf meine Laune drückt, da Weihnachten eigentlich meine liebste Zeit im Jahr ist. Ganz großer Unwohlseinsfaktor ist auch unser Haus. Nachdem uns unser Mitbewohner Jack letzten Dienstag verlassen hat ist das Haus extrem leer: kein Fernseher, keine Bilder mehr an der Wand und natürlich fehlt Jack auch. Die letzten Tage werden nun mit lernen verbracht, da am Freitag noch ein letztes Final ansteht. Super Aussichten :) Ja, ich freue mich wieder auf zu Hause, meine Freunde und Familie, auch wenn es nur 11 Tage sind bevor ich wieder weg muss. Nächster Halt, London.